Claudio Monteverdi – L´Orfeo

Heute habe ich ein ziemlich langes Video, über dessen Entdeckung ich mich aber gefreut habe, also will ich´s hier auch loswerden. :-)

Claudio Monteverdi war ein italienischer Komponist, der 1567-1643 in Italien lebte. Er komponierte mit dem „Orfeo“ 1607 eine der ersten Opern der Musikgeschichte und war an der Entwicklung dieser Gattung massgeblich beteiligt.

Der Ausgangspunkt dieses Werkes war die spekulative Überlegung, wie wohl die Dramen der grichischen Antike geklungen haben könnten. Darüber machten sich in Florenz seit 1580 Gelehrte, Philosophen und Musiker ihre Gedanken. Ihre schriftlich niedergelegten Ideen wurden von Monteverdi in Mantua aufgenommen und verarbeitet und mündeten in der Komposition des „Orfeo“.

Claudio Monteverdi

Claudio Monteverdi

Die Uraufführung fand also unter für die damalige Zeit ein wenig ungewöhnlichen Umständen statt. Normalerweise wurden grössere Werke zu bestimmten Anlässen komponiert und aufgeführt –  Krönung eines Oberhauptes, Heirat oder kirchliche Feste beispielsweise. Die Uraufführung des „Orfeo“ hingegen war sozusagen eine wissenschaftliche Veranstaltung, da es ja um die vermutlichen Darstellungsformen der griechischen Antike gehen sollte, so wie die Wissenschaft sie sich Anfang des 17. Jahrhunderts vorstellte. Dass bis heute kaum gesicherte Erkenntnisse über die Aufführungspraxis der griechischen Tragödien und Komödien gefunden wurden tut nichts mehr zur Sache. Der Siegeszug des Musikdrames bzw. der Oper hatte begonnen.

Der diesen frühen Opern zugrunde liegende Musikgeschmack währt jedoch nicht lange. Es war zu Monteverdis Zeiten üblich, Zinken und Posaunen für die Darstellung der Unterwelt zu benutzen, Orfeos lebendige Welt hingegen durch Streicher, Blockflöten und Cembalo darzustellen. Diese Darstellungsformen verschwinden recht schnell, zum einen weil sich die Technik der Sänger rasch entwickelt, zum anderen weil sich der Geschmack des Publikums ebenso rasant verändert.

Der Dirigent Jordi Savall wäre sicher einen eigenen Blogeintrag wert – er ist spanischer Musikwissenschaftler und Komponist, der sich um die historische Aufführungspraxis verdient gemacht hat. Mit seinen international besetzten Ensembles „Hespérion XX“ und danach „Hespérion XXI“ spielte er unzählige Aufnahmen ein, konzertiert bis heute auf der ganzen Welt und erhielt viele wichtige Preise.

Die unten geteilte Aufnahme stammt aus dem Jahre 2002, Aufführungsort ist das Liceu Theater in Barcelona.

So, nun aber zum Video. Ich würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere die Zeit dafür nehmen würde, vielleicht nach Feierabend oder am Wochenende, wenn mal sonst nichts ist. So wie bei mir heute, Kaffee und Monteverdi am Sonntag morgen waren eine tolle Kombination. :-)

Falls sich jemand näher dafür interessiert, habe ich als kleine Hilfe noch die deutsche Übersetzung des Librettos herausgesucht:

http://www.opera-guide.ch/opera.php?uilang=de&id=226#libretto


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